Angebotsanalyse
Für Nahverkehrsplanungen ist es wichtig, den Ist-Zustand des Verkehrsangebotes zu bewerten. In dieser Angebotsbewertung müssen geographische, demographische und verkehrliche Informationen kombiniert werden. Praktisch alle Daten eines Kursbuches gehen in diese Analyse ein (Routenwahl, Umsteigen, kürzeste Fahrt, Anzahl der Fahrten usw.)
Damit dieses umfangreiche Datenmaterial verarbeitet werden kann, ist EDV-Unterstützung notwendig. Mit EFA - erweitert um geographische und demographische Daten - sollen typische Fragen zur Angebotsqualität beantwortet werden können, und zwar
- zu beliebigen Zeitpunkten, z.B. bei Fahrplanwechseln oder für Planungsvarianten
- mit abänderbaren Richtwerten
- mit graphischen und tabellarischen Ausgaben am Bildschirm und auf dem Drucker
- soweit möglich mit Darstellung der Ergebnisse auf einer topographischen Karte (Bildschirm und Drucker)
Das Programmpaket für diese Aufgabe EDV-gestützte Beurteilung der Angebotsqualität wurde im Auftrag des VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg) erstellt. Das Datenmaterial für die Landkarte stammt vom Bayerischen Landesvermessungsamt.
Das Programmpaket orientiert sich an der "Richtlinie zur Nahverkehrsplanung" des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Verkehr, es ist aber auch allgemein zur Angebotsanalyse einsetzbar.
Auswertungen
Im Programmpaket stehen die folgenden Auswertungen zur Verfügung.
Fahrten je qkm und Fahrten je 1000 Einwohner
Die beiden Kriterien Fahrten/qkm und Fahrten/1000 Einwohner werden für die politischen Gliederungen Teilort, Gemeinde und Landkreis berechnet. Die Zielorientierung der Fahrt bleibt unberücksichtigt.
Die Flächen der Teilorte sind nicht statistisch erfaßt, sie können aber ? in Abhängigkeit von der Genauigkeit des kartographischen Materials ? zur Programmlaufzeit berechnet werden.
Anbindung von Teilorten
Hier wird für die Teilorte bestimmt, welcher Prozentsatz der Einwohner im Einzugsbereich von Haltestellen wohnt. Praktisch wird hier berechnet, welcher Teil der Teilortflächen bedeckt wird, wenn Kreise um die Haltestellen geschlagen werden. Hier liegt die Annahme zugrunde, daß die Einwohner "gleichmäßig" über die Teilortflächen verteilt wohnen.
Erreichbarkeit des Nachbarschaftsbereiches
Jeder Ortsteil soll seinen Hauptort innerhalb einer bestimmten Reisezeit erreichen können, außerdem ist eine Mindestversorgung von Fahrtenpaaren gefordert. Das Programm berechnet die Reisezeiten für die Fahrtenpaare für jeden Teilort und gibt die Ergebnisse tabellarisch und auf der Karte aus.
Erreichbarkeit übergeordneter zentraler Orte
Jeder Teilort ist einem Unterzentrum sowie einem Mittel- und Oberzentrum zugeordnet. Hier werden die Reisezeiten zu den Zentren und die Anzahl der Fahrtenpaare berechnet und die Reisezeitverteilung für Nahverkehrsräume ermittelt. Nahverkehrsräume setzten sich aus verschiedenen Gemeinden zusammen.
Beförderungsgeschwindigkeit in Kilometer/Stunde
Die Beförderungsgeschwindigkeiten werden für jede Linie und auch für jede Nahverkehrsraum berechnet. Für unterschiedliche Betriebszweige und Nahverkehrsraumkategorien können unterschiedliche Mindestwerte vorgegeben werden.
Zugfolgezeit in Minuten
Hier werden die Zugfolgezeiten für jede Linie und für jeden Nahverkehrsraum berechnet. Dabei wird zwischen Hauptverkehrszeit, Normalverkehrszeit und Spätverkehrszeit differenziert. Auf der Karte kann für jede Linie angezeigt werden, ob ein Richtwert erfüllt ist. Wahlweise werden die Zugfolgezeiten farbig auf der Karte dargestellt.
Einzugsbereiche von Haltestellen in Meter Luftlinie
Hier erfolgt keine Berechnung, sondern es werden die Haltestellen auf der topographischen Karte eingezeichnet, und in Abhängigkeit von Betriebszweig und Nahverkehrsraumkategorie wird ein Kreis um jede Haltestelle geschlagen. Nicht abgedeckte Gebiete können so identifiziert werden.
Fahrtenhäufigkeiten (Fahrtenpaare/Tag)
Für jeden Teilort werden die Fahrtenpaare zwischen 6.00 Uhr und 22.00 Uhr ermittelt. Ja nach Einwohnerzahl der Teilorte soll eine bestimmte Zahl von Fahrtenpaaren erreicht werden, damit der Teilort als erschlossen gilt.
Mängelliste
Soweit möglich werden alle Ergebnisse der obigen Auswertungen als Gesamtdarstellung angezeigt, und zwar in einer Tabelle und auf der Karte. Damit die Ergebnisse vergleichbar werden, müssen die Ergebnisse ggf. auf Teilorte bezogen werden, außerdem wird für die Mängelliste nur angezeigt, ob die jeweiligen Richtwerte erreicht werden oder nicht.



